Archiv - Ausstellungen

Ausstellungseröffnung
Moment und Dauer
Ursula Zeidler und Verena von Gagern-Steidle
Samstag, 09.05.2026 um 19.00 Uhr
Moderation: Andrea Beeker
Grußworte: Edith Lirsch, 1. Bürgermeisterin Triftern
Einführung: Jürgen Geers
Musik: Firmian Drost, Klavier
Poesie und Alltag
Moment und Dauer
Die Fotografie ist ein vergleichsweise junges Medium – und zugleich eines, das unser Verhältnis zur Wirklichkeit tiefgreifend verändert hat. Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts begleitet sie uns, dokumentiert, archiviert, analysiert. Kaum ein anderes Medium hat unser Bild von der Welt so nachhaltig geprägt. Und doch ist dieses Medium von Anfang an ambivalent gewesen.
Die Fotografie ist vielleicht das unheimlichste Medium der Moderne. Denn sie tut etwas, das lange Zeit nur der Magie zugeschrieben wurde: Sie hält fest, was eigentlich flüchtig ist. Einen Blick, ein Gesicht, einen Moment – all das wird aus dem Strom der Zeit herausgelöst und in Dauer verwandelt.
Man könnte sagen: Die Fotografie ist ein Spiegel, der nicht zurückgibt, sondern behält. Während das Spiegelbild nur existiert, solange wir ihm gegenüberstehen, lebt das fotografische Bild weiter – ohne uns. Es ist ein abgetrenntes Spiegelbild, ein Fragment von Wirklichkeit, das sich verselbständigt hat. In diesem Sinne haftet jeder Fotografie etwas Todesnahes an. Sie sagt: Das ist gewesen. Und gerade darin liegt ihre Kraft – und das Verstörende.
Vielleicht erklärt das auch eine alte, kulturübergreifende Intuition: die Angst, dass Bilder etwas rauben könnten. Dass sie nicht nur zeigen, sondern nehmen. Einen Teil des Selbst, der Präsenz, des Lebendigen. Man könnte sagen: Ein Foto ist die Totenmaske eines gelebten Augenblicks. Was durch einen „Schnappschuss“ erfasst wurde, darf in Fotoalben, Archiven oder digitalen Speichern als Bruchstück der Erinnerung seinem Vergessen entgegendämmern. Beim Betrachten legt sich dann bisweilen ein Schleier von Melancholie über das zum Bild erstarrte Andenken – anders als in einer Erzählung, die Erinnerung beweglicher und wandelbarer, dafür aber nie exakt bewahren kann.
Es ist seltsam, dass E. T. A. Hoffmann, Schriftsteller der Romantik, bereits ein Jahrzehnt vor der Erfindung der Fotografie seine „Geschichte vom verlorenen Spiegelbilde“ schreibt. Darin raubt die schöne Kurtisane Giulietta ihrem Geliebten Erasmus sein Spiegelbild. - Das Motiv des verlorenen Spiegelbildes verweist auf eine Verunsicherung: Habe ich meine Identität verloren? Stimmt mein Abbild nicht mit meinem Selbstbild überein? - Was wird aus dem Narzissten, dem aus dem Teich der Wirklichkeit ein fremdes, höhnisches Gesicht entgegenblickt? Was aus der Königin, die vom Spieglein an der Wand erfahren muss, nicht mehr die Schönste im ganzen Land zu sein? Sollte sie den Spiegel wegen Verletzung ihrer Persönlichkeitsrechte verklagen?
Doch wir leben heute nicht mehr in der Zeit der Romantik und fürchten weder Bild noch Zerrbild. Narziss und viele Andere produzieren unablässig Selfies, die bei Bedarf mit Fotoshop aufhübscht und bei instagram gepostet werden können. Wir fürchten keine Fotos, sondern erzeugen pausenlos neue. Was nicht ins schöne Selbstbild passt, wird mit einem Klick gelöscht, und dokumentierte Wirklichkeit verdünnt sich in der trüben Flut unzähliger Abbilder. Nur Werke, die der Schwimmgürtel der Qualität nach oben zieht, lassen sich aus dem Bilderstrom der Beliebigkeit in die Arche Noah der Kunst retten und damit dem „Studium“ - wie Roland Barthes die analysierende Betrachtung eines Bildes nennt - zugänglich machen. Im besten Fall entdecken wir dabei ein „Punktum“. So bezeichnet Barthes den individuellen, rational nicht zu erklärenden magischen Moment, in dem uns ein Bild oder ein Detail ganz persönlich „besticht“, berührt, manchmal auch verwundet.
Noch einen anderen Theoretiker, der unseren Blick auf das Medium der Fotografie schärfen kann, möchte ich erwähnen: Siegfried Kracauer, dessen „Theorie des Films“ auch die analysierende Betrachtung von Fotografien einschließt. Für Kracauer bewegt sich das damals noch neue Medium der Bildaufzeichnung schon bald nach seiner Erfindung zwischen zwei Polen: dem „realistischen“ und dem „konstruktiven“ Zugriff. Auf der einen Seite steht das Vertrauen in die Wirklichkeit selbst – eine Haltung, die man etwa mit den frühen Filmen der Brüder Lumière verbinden kann. Hier wird die Welt nicht erfunden, sondern vorgefunden. Die Kamera registriert, entdeckt und dokumentiert. Auf der anderen Seite des Spektrums steht eine Tendenz zur Verfremdung, zur Inszenierung, zur fotografischen Dokumentation einer künstlich gestalteten Welt – exemplarisch bei Georges Méliès. Hier wird das Bild nicht in der Wirklichkeit vorgefunden, sondern arrangiert, mit Theatermitteln und Phantasie gestaltet und anschließend ins Fotografische transformiert.
Diese Lumière-Méliès-Unterscheidung lässt sich auch auf die Fotografie übertragen. Es gibt Bilder, die sich als Spur verstehen – als Zeugnis eines Moments, als Dokumentation eines Ereignisses. Und es gibt Bilder, die sich als autonome Bildereignisse begreifen – als Formen, die eher gesucht als gefunden werden und ihre eigene Wirklichkeit erzeugen.
Es ist dieses Spannungsfeld zwischen Dokument und Konstruktion, zwischen Spur und Imagination, zwischen neutraler Wahrnehmung und emotionaler Berührtheit, in dem sich auch die Arbeiten von Ursula Zeidler und Verena von Gagern-Steidle bewegen.
Ursula Zeidler arbeitet näher an jener Linie, die Kracauer als realistischen Impuls beschreibt. Viele ihrer Arbeiten vertrauen auf die Präsenz des Moments. Sie suchen das Bedeutungsvolle im Sichtbaren selbst. Doch dieses Vertrauen ist nicht naiv: Gerade in kleinen Verschiebungen, in der scheinbaren Beiläufigkeit, entsteht eine poetische Verdichtung, die uns banale Momente der Alltäglichkeit als etwas Besonderes erscheinen lässt. Mit einer Reaktionsschnelligkeit, die ein Geschehen geradezu vorauszuahnen scheint, erkennt Ursula Zeidler den Augenblick, in dem menschliches (manchmal auch tierisches) Handeln aus der Schablone rutscht und ins komische kippt. Blitzschnell zieht sie uns in ihren Blickwinkel und lässt uns augenzwinkernd teilhaben an der leisen Ironie, mit der sie das Geschehen zu betrachten weiß. Dazu besitzt Ursula Zeidler auch noch die seltene Gabe, dem flüchtigen Leben nicht mit Übergriff, sondern mit Takt zu begegnen. Sie beobachtet ohne Häme und findet immer wieder Szenen, in denen Menschen, Dinge und Situationen ganz bei sich bleiben dürfen. Dadurch entsteht eine Form von Wahrhaftigkeit, die darstellt aber nie bloßstellt. Das Alltägliche wird bei Ursula Zeidler weder idealisiert noch brüskiert, sondern in seiner eigenen stillen Würde sichtbar gemacht. Ihre Fotos bieten keinen Hallraum des Pathos, sondern sind offen für das Quirlige, für die unfreiwillige Komik und die Unordnungen des Lebens – und gerade darin liegt eine bestechende Präzision.
Der fotografische Blick von Verena von Gagern-Steidle hingegen nähert sich stärker der anderen Sehweise an – jener, die das Bild als eigenständigen Raum begreift. Ihre Arbeiten lösen sich partiell sogar von der eindeutigen Gegenständlichkeit, spielen mit Licht und formaler Struktur, wirken manchmal geradezu abstrakt. Das Sichtbare wird hier nicht nur gezeigt, sondern transformiert. Das Erkenntnisinteresse der Fotografin gilt oft mehr der Bildarchitektur als dem Gegenstand. Manchmal muss man den Bezug des Fotos zur abgebildeten Realität geradezu suchen, weil der fotografische Blick im Gewöhnlichen so viel Ungewohntes entdeckt. Naheliegendes wirkt plötzlich fremd, Banales bedeutsam. In der Unordnung des Zufälligen spürt diese Fotografin geometrischen Mustern und Linien nach und weckt unsere Neugier, weil sie die Rivalität zwischen Fläche und Raumtiefe, Schatten und Licht zu nutzen weiß, um selbst Eintöniges zum Leuchten zu bringen. Gerade darin liegt die besondere Qualität von Verena von Gagern-Steidles Arbeiten: Sie verlangen ein zweites Hinsehen – und oft ein drittes.
Was zunächst wie ein abstraktes Gefüge erscheint, beginnt sich allmählich zu konkretisieren. Linien werden zu Spuren, Flächen zu Körpern, Licht zu einem strukturierenden Prinzip, das die Dinge nicht nur sichtbar macht, sondern verwandelt. Ihre Fotografien sind keine bloßen Abbilder, sondern erschließen uns neue, führen manchmal bis an die Grenze des Sehens selbst indem sie z.B. den Bildrand bewusst so verschieben, dass Teile des Bildmotivs unsichtbar bleiben; oder auch gleich das ganze Foto, wenn es mit Gold verdeckt, zugleich veredelt wie verborgen wird. Auch das macht deutlich, dass Wahrnehmung nie nur ein passives Empfangen, sondern immer auch ein aktiver Vorgang des Begreifens ist.
Natürlich ist die formalistische Zuordnung der hier ausstellenden Künstlerinnen zu den beiden skizzierten Positionen nicht strikt voneinander zu trennen. Denn die Übergänge sind fließend. Auch Ursula Zeidler weiß um die formalen Reize verlassener Orte und einsamer Gegenstände, wie umgekehrt Verena von Gagern-Steidle Menschen mit der Kamera fixiert hat, bevor sie Gelegenheit fanden, sich in Pose zu stellen. Beiden Fotografinnen gelingen auf diese Weise berührende Portraitfotos, die glaubhaft sind, weil die Portraitierten nicht auf Wirkung schielen. Und bei Kinderbildern gelingt es den Fotografinnen sogar, die „lieben Kleinen“ ohne den Zuckerguss der Niedlichkeit zu porträtieren: ganz im Ernst spielend oder in sich selbst versunken, ermöglichen sie den Betrachtern ihnen wirklich nahezukommen.
Eine weitere Gemeinsamkeit der hier ausstellenden Künstlerinnen: Sie verbinden gerne Einzelfotos zu Werkgruppen, sodass sie in der Erinnerung beinahe zu filmischen Erzählungen verschmelzen.
Was sich in dieser Ausstellung entfaltet, ist deshalb weniger ein Gegensatz als ein Dialog. Zwei unterschiedliche Weisen, die Welt zu sehen – und sie im Bild zu denken. Bei Ursula Zeidler ist es eher die Offenheit für den gefundenen Augenblick, für die sprechende Präsenz des Wirklichen; bei Verena von Gagern-Steidle eher die Konzentration auf Form, Licht und Struktur, durch die das Wirkliche einen Grad von Verwandlung erfährt. Die eine Künstlerin vertraut stärker auf das Ereignis der Begegnung, die andere stärker auf das Ereignis des Sehens. Und doch suchen beide, jede auf ihre Weise eine Position einzunehmen, von der aus Wahrnehmung zum Bild werden kann - und zwar zu einem Bild mit Bedeutung. Von hier aus lassen sich nun auch die beiden Einzelarbeiten betrachten, zu denen ich jetzt überleiten möchte. Denn im einzelnen Bild schärft sich noch einmal, was diese Ausstellung im Ganzen ausmacht.
Zu diesem Zweck möchte sie an einem Experiment teilhaben lassen: Ich möchte die jetzt vorgestellten jeweils ein Bild aus dem Werk der Künstlerinnen herausgreifen und die beiden Bilder interpretierend beschreiben. Ich will sie aber nicht meiner eigenen Sehweise unterwerfen, sondern die Analyse einer künstlichen Intelligenz überlassen, nämlich ChatGPT, einem KI-Tool, mit dem ich seit etwa zwei Jahren experimentiere. Bitte konzentrieren Sie sich zuerst auf das Foto von Franziska von Gagern: Franziska von Gagern:
Das Bild „Franziska in der Tonne“ entfaltet seine Wirkung zunächst aus einer radikalen Reduktion: ein Kind, nackt, zusammengerollt, geborgen in einem zylindrischen Hohlraum, umgeben von einer ländlichen, leicht verwilderten Umgebung. Die Schwarzweiß-Ästhetik verstärkt dabei den Eindruck von Zeitlosigkeit und entzieht das Bild einer eindeutigen historischen Verortung – obwohl es biografisch wohl in die Lebensphase gehört, als es die Künstlerin aus den USA kommend ins ländliche Bayern verschlug.
Auffällig ist die ambivalente Raumstruktur: Die Tonne – halb Objekt, halb Behausung – wirkt zugleich wie Schutzraum und wie ein potenziell bedrohliches, verschlingendes Inneres. Die Körperhaltung des Kindes, eng an sich gezogen, erinnert unmittelbar an die embryonale Position. Diese Assoziation verweist auf Ursprungsphantasien, auf Rückzug, auf ein „Vor-der-Welt-Sein“. Gleichzeitig bleibt die Situation offen: Ist dies ein Spiel? Eine freiwillige Selbstverbergung? Oder eine Inszenierung, die das Verhältnis von Kind, Körper und Umgebung reflektiert. Gerade im Kontext der 1970er Jahre lässt sich eine Nähe zu Strömungen erkennen, die Natur, Körperlichkeit und unmittelbare Erfahrung gegen urbane und technisierte Lebensformen setzen. Der ländliche Raum erscheint hier nicht idyllisch, sondern eher als eine archaische Zone, in der sich existenzielle Zustände zeigen lassen. Das Kind wird nicht als soziales Subjekt dargestellt, sondern als Körper im Raum, als Teil einer elementaren Ordnung. Besonders interessant ist die Materialität der Tonne selbst. Sie wirkt gebraucht, schwer, fast wie ein Relikt. In Kombination mit den Steinen, auf denen sie ruht, entsteht eine Art improvisierte Skulptur oder Behausung. Das Bild bewegt sich damit an der Grenze zwischen Fotografie und Installation. Wenn man weitere Kinderbilder in Verena von Gagerns fotografischem Lebenslauf berücksichtigt, lässt sich vermuten, dass sei weniger individuelle Porträts als vielmehr Zustände untersucht: Kindheit als existenzielle Kategorie. Dabei vermeidet das Bild jede Sentimentalität. Die Nacktheit des Kindes ist nicht erotisiert, sondern funktional und verstärkt die Idee der Ursprünglichkeit und der Schutzlosigkeit zugleich.
Zusammenfassend lässt sich sagen: „Franziska in der Tonne“ ist ein Bild, das zwischen Geborgenheit und Ausgesetztheit, zwischen Spiel und Ernst, zwischen dokumentarischer Beobachtung und Inszenierung oszilliert. In dieser Schwebe liegt seine anhaltende Irritation und seine Stärke.
Und nun zu einem anderen Kinderbild, allerdings einem „tierischen“, mit dem uns Ursula Zeidler, sehr realistisch, eine ganze Schar säugender Ferkel zeigt.
Das Foto aus der Serie „Freie Schnauze – Weideschweine“ von Ursula Zeidler zeigt eine Gruppe von Ferkeln, die sich dicht gedrängt an ihre liegende Mutter drängen, um zu säugen. Auch diese Szene ist in einem ländlichen Außenraum verortet, der allerdings trocken, staubig und weitgehend vegetationsarm erscheint. Die Komposition ist horizontal angelegt, fast friesartig, und konzentriert sich vollständig auf die Körpergruppe: eine rhythmische Abfolge von kleinen, gedrungenen Tierkörpern, die sich wie ein einziger, pulsierender Organismus an den Leib der Sau anschmiegen.
Inhaltlich entfaltet das Bild seine Wirkung aus der Spannung zwischen Individualität und Masse. Jedes Ferkel ist für sich unterscheidbar – durch Fellzeichnung, Farbnuancen, Haltung –, und doch verschmelzen sie im Akt des Säugens zu einer nahezu anonymen Einheit. Die Mutter liegt seitlich, schwer und unbeweglich horizontal, während die Ferkel, vertikal geordnet, eine lebendige, bewegte Zone bilden. Diese Gegenüberstellung von Ruhe und Aktivität, von Masse und Detail, strukturiert das gesamte Bild.
Formal ist die Aufnahme durch eine klare, unprätentiöse Beobachtung geprägt. Das Licht ist natürlich, hart und ohne dramatische Inszenierung. Die Farbigkeit bleibt erdig, gedämpft, dem Sujet angemessen. Nichts ist arrangiert oder künstlich zugespitzt; vielmehr entsteht die Bildwirkung aus der präzisen Wahl des Ausschnitts und des Moments. In diesem Sinne lässt sich Zeidlers Arbeit – im Sinne Siegfried Kracauers – tatsächlich eher der Lumière-Tradition zuordnen: der Welt wird keine großartige Bedeutung aufgesetzt, sondern sie wird in ihrer Eigenlogik sichtbar gemacht. Gleichzeitig enthält das Bild ein subtiles Moment des Humors oder, genauer, eines „Augenzwinkerns“. Die fast überdeutliche Reihung der Ferkel, ihre gedrängte, beinahe komische Körperordnung, kann beim Betrachter ein leises Schmunzeln auslösen. Dieser Effekt entsteht jedoch nicht durch Inszenierung, sondern durch das Vertrauen in die Eigenkomik der Realität selbst. Das Ländliche erscheint hier nicht als Idylle, sondern als Ort funktionaler, körperlicher Prozesse – Geburt, Nahrung, Wachstum.
Im Vergleich zu Verena von Gagerns „Franziska in Tonne“ wird der Unterschied der künstlerischen Strategien besonders deutlich. Während von Gagern eine Situation schafft, die sich symbolisch auflädt und in Richtung des Archetypischen verschiebt, bleibt Zeidler im Konkreten, im Sichtbaren, im gegenwärtigen Moment verankert. Dennoch lassen sich auch Verbindungslinien ziehen: Beide Bilder kreisen um das Thema des Körpers im Raum und um Formen von Geborgenheit – einmal als Rückzug in einen schützenden Innenraum, einmal als kollektiver, lebensnotwendiger Kontakt zwischen Mutter und Nachwuchs.
Wenn man beide Arbeiten in der Ausstellung nebeneinander denkt, entsteht ein produktiver Dialog: Hier die Verdichtung, die Abstraktion, das In-sich-Gekehrte; dort die Ausbreitung, die Vielheit, das nach außen Gewandte. Beide Positionen eint jedoch ein Interesse an elementaren Zuständen – an Ursprünglichkeit, Körperlichkeit und der Frage, wie sich Leben in Bilder fassen lässt, ohne es zu banalisieren oder zu überhöhen.
Für einen Vergleich der beiden Bilder ließe sich daher formulieren: Zeidlers Fotografie zeigt uns die Welt, wie sie ist – und gerade darin liegt ihre Poesie. Sie vertraut darauf, dass im genauen Hinsehen bereits eine Bedeutung entsteht.
Im Gegenüber von Gagerns stärker abstrahierenden Arbeiten wird sichtbar, wie unterschiedlich fotografische Strategien sein können – und wie fruchtbar ihr Zusammenspiel ist.
Text: Jürgen Geers
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Ausstellung
Moment und Dauer - Fotografie
Ursula Zeidler und Verena von Gagern-Steidle
Ausstellung von 10.05. bis 31.05.2026
Samstag, Sonntag und Feiertage von 14.00 bis 18.00 Uhr



Bilder von Verena von Gagern-Steidle (1 und 2)
Bilder von Ursula Zeidler Bilder (3 und 4)

Ausstellungseröffnung
INN Ausstausch
Skulpturen von Manfred Daringer und Bernd Stöcker
Samstag, 20.09.2024 um 19.00 Uhr
Moderation: Andrea Beeker
Grußworte: Engelbert Fellner, Aspach
Edith Lirsch, 1. Bürgermeisterin Triftern
Einführung: Dr. Ludger Drost
Musik: Veronika und Korbinian Seiler mit Lukas Schuster
Körper und Sprache
Was ist Bildhauerei? „Bildhauerei ist keine Alltagssprache“, heißt es in einführenden Texten zu dieser Ausstellung. Ich finde das gleich doppelt interessant. Zunächst heißt das ja, das Bildhauerei eine Sprache ist, dass man sich mit ihr verständigen, etwas ausdrücken kann. Aber − und das ist der zweite Aspekt – man tut es eben nicht alltäglich, wie in der mündlichen Sprache, sondern zu besonderen Anlässen zum Beispiel an so hohen Feiertagen der Kunst wie der Eröffnung dieser Ausstellung heute.
Solches Sprechen kann einseitig sein: jemand sagt etwas, andere hören zu (im besten Fall). Oder aber man spricht miteinander, tritt in Dialog. In dieser Ausstellung tun dies zwei Bildhauer, die sich im Leben nie getroffen haben, die sich dennoch heute in der Sprache der Bildhauerei unterhalten können: Manfred Daringer aus Aspach in Oberösterreich und Bernd Stöcker hier aus Triftern. Sie tun es im Rahmen eines grenz- und den Fluss Inn überschreitenden Ausstellungsprojekt verbINNdungen und dem erneut das Thema der Kommunikation aufgreifenden Ausstellungstitel „INN Austausch“.
Dafür, dass beide Künstler eine gemeinsame Bildhauer-Sprache sprechen, garantiert auch ein gemeinsamer „Vorfahre“: Der österreichische Bildhauer Fritz Wotruba, dessen zahlreiche künstlerische Nachkommenschaft schon einmal Thema einer eigenen Ausstellung hier im Kunststadl der Alten Post Triftern war. Manfred Daringer hat bei ihm von 1970 bis 1975 an der Wiener Akademie studiert. Bernd Stöcker hatte an der Akademie in Stuttgart Alfred Hdrlicka zum Lehrmeister, der seinerseits wiederum bei Wotruba gelernt hatte.
Und noch etwas anderes sorgt dafür, dass beide hier „INN Austausch“ treten können. Im Werk beider Künstler spielt die menschliche Figur eine zentrale Rolle. Die Kuratorin Ursula Fürst und als Kurator in eigener Sache ebenfalls im Einsatz, Bernd Stöcker, haben für diese Ausstellung ganz bewusst dieses Gesprächsthema gesetzt: die menschliche Figur: Frauen, Männer, Kinder, Stehende, Liegende, Kauernde, klassische Themen der Bildhauerei, wahrscheinlich seit der Steinzeit, ganz sicher seit der Antike. Denken wir an Koren und Kouroi der archaischen Zeit, an klassische, hellenistische und römische Menschendarstellungen. Denken wir an mittelalterliche Portalplastiken, Michelangelo, Bernini, Thorvaldsen, Hildebrand oder (warum ihn nicht in dieser illustren Reihe nennen?) Hans Wimmer. Es ist schier unglaublich, dass nach so vielen Jahrhunderten bildhauerischen Austausch das Thema der menschlichen Figur nicht ausdiskutiert ist und immer wieder neuen Gesprächsstoff liefert.
Trotz ihrer ähnlichen Herkunft und trotz der gleichen Thematik bringen die beiden Bildhauer Daringer und Stöcker in ihren Werken nämlich sehr Unterschiedliches zum Ausdruck. Manfred Daringers Bildsprache ist unmittelbar. Die große Kauernde hier in der Raummitte, thematisiert allein schon mit der uralten Geste des in die Hände gestützten Kopfes das Thema der Trauer so deutlich und einleuchtend, dass man sich gar nicht fragt, warum die Aspacher eine Bronzeversion dieser Hockenden zum Mittelpunkt ihres Kriegerdenkmals wählten.
Man hat ihr die Figur eine Hockende von Bernd Stöcker gegenübergestellt. Sie trägt den Titel „Magdalena“ und ist vom Künstler als eine Ergänzung zu einer gleichfalls von ihm gestalteten Kreuzigung gedacht. Auch diese Figur trauert. Auch sie hält den Kopf gesenkt, jedoch eher verhalten. Auf jeden Fall nicht mit dieser expressiven Geste von Daringers Kauernden, deren Gesicht in den Händen und mit diesen in den Tränenwellen des Gewands versinkt. Bernd Stöcker spricht in einer anderen Sprache. Leben und Seele einer Figur entstehen bei ihm weniger in Gebärden oder ikonografischen Zeichen, als aus den beiden Grundgestaltungsmöglichkeiten des Bildhauers: das Formen von innen nach außen, und das Herausarbeiten aus dem Material heraus. Das Leben der sich vorwölbenden Oberfläche ist ohne die darunterliegende Tiefe nicht denkbar.
Es ist gewiss nicht so, dass dieses Formen bei Daringer keine Rolle spielen würde. Im Gegenteil: das Arbeiten mit Volumen hat der Wotruba-Schüler verinnerlicht. Bei seinen stehenden männlichen Akten wird dies deutlich: einfache stereometrische Formen, Quader, Zylinder, Trapezoide finden in einer Großform zusammen. Es sind letztlich Wege der Reduktion und der Abstraktion, die das Figürliche aber nur selten hinter sich lassen. Bei einem männlichen Torso aus Holz führt die gewählte Großform zurück zum verwendeten Material: ein Baumstamm mit drei Astansätzen. In den zwei Rotmarmorblöcken Mann und Frau im 1. Obergeschoß tritt die Darstellung der Figur hinter jener des verwendeten Materials fast vollkommen zurück, bleibt auf faszinierende Weise aber dennoch präsent.
Bei Bernd Stöcker steht die Abstraktion nicht am Ende, sondern eher am Anfang des Arbeitsprozesses an einer Figur. Sehr lange arbeitete er am Grundgerüst einer Plastik, das sich (wie bei der Magdalena, oder auch der Eva und anderen) häufig aus Dreiecken zusammensetzt. Erst wenn die Tektonik dieses aus einfachen Latten und Stangen gebildeten abstrakten Gerüstes ästhetisch und statisch passt, erhält die Figur durch Anmodellieren ihre menschliche Gestalt. Das Material bleibt in unbearbeiteten Teilen oder bewusst belassenen Arbeitsspuren in den Darstellungen präsent.
Das Verhältnis von Ruhe und Bewegung ist ein weiteres Gesprächsthema der Werke dieser Ausstellung und der Bildhauerei schlechthin. Es beinhaltet zugleich die Frage nach dem einer Statue innewohnenden Leben. Die Griechen haben sie erstmals gestellt, als sie die archaischen Standbilder durch die Erfindung des Kontraposts aus ihrer Bewegungslosigkeit erlösten. Manfred Daringer scheint die Standhaftigkeit der Archaik dennoch näher gewesen zu sein. Seine menschlichen Figuren, etwa der Mann mit ausgebreiteten Armen, stehen fest in unbeweglicher, trotz allem unangestrengter Ruhe. (Nur das offensichtlich zum Frühwerk gehörende „Kind mit Taube“, stellt ein Bein auf, dreht den Oberkörper, senkt den Kopf).
Stöcker sucht den Ausgleich zwischen lebendiger Bewegtheit und der unbestreitbaren Tatsache, dass eine Figur aus Stein, Gips oder Bronze sich nun mal nicht bewegen kann. Am augenfälligsten kann man dies sicherlich an der „Tanzenden“ von 2015 beobachten Sie greift und schreitet in alle Richtungen des Raum, steht aufrecht, neigt und dreht sich, verliert das Gleichgewicht nie. Wie Daringers Stehendem mit ausgebreiteten Armen ist Stöckers Tanzender große Ruhe eigen aber es ist keine unangestrengt, sondern eher eine angespannte Ruhe. Diese Spannung ist ein Wesensmerkmal der Arbeiten Stöckers. Er hält sie sogar aufrecht, wenn er eine Liegende darstellt.
Ruhe und Bewegung im Raum verbindet die Bildhauerei mit einer anderen Kunstform, jener des Tanzes, wie Dr. Andrea Schilz, die Gesamtkuratorin des Projektes verbINNdungen, in ihrem kulturhistorischen Impuls zur Ausstellung nahelegt. Dies ist auch der Grund, dass am 3. Oktober die Solinger Landlerpartie aus dem Innviertel hier im Stadel auftreten und mit den Bildwerken in Austausch treten wird. Hinzu kommt eine Lesung im Innviertler Dialekt von Karl Pumberger-Kaspar. Die Innviertler Alltagssprache trifft sozusagen auf den festtäglichen Austausch der Bildhauerei.
Ist damit alles gesagt? Natürlich nicht. Wir habe nicht gesprochen über Mütter mit Kindern im Obergeschoß, über das, was passiert, wenn mehrere Figuren eine Gruppe bilden, über Raum dazwischen und Blickbeziehungen, über Relief und Vollfigur auch nicht über bildhauerische Experimente und noch mehr. Der Gesprächsstoff für den Austausch heute Abend wird uns also nicht ausgehen ebenso wenig wie jener künftiger Bildhauergenerationen kommender Jahrhunderte.
Text: Ludger Drost



Engelbert Fellner, Aspach Dr. Ludger Drost Veronika und Korbinian Seiler mit Lukas Schuster

Ausstellung
INN Austasch - Skulpturen
Manfred Daringer und Bernd Stöcker
Ausstellung von 21.09. bis 02.11.2025
Samstag, Sonntag und Feiertage von 14.00 bis 18.00 Uhr










Ausstellungseröffnung
Mein LIEBLINGSORT
in der Marktgemeinde Triftern
Samstag, 17.05.2024 um 16.00 Uhr
Moderation: Andrea Beeker
Grußwort: Edith Lirsch, 1. Bürgermeisterin
Einführung: Manfred Brennecke, Architekt

musikalische Begleitung
Gredbengmusi

Triftern Lied
Schulchor Lenberger Grund-und Mittelschule Triftern

Performance
Rita Grosse-Ruyken

Ausstellung
Mein LIEBLINGSORT
in der Marktgemeinde Triftern
Ausstellung von 21.05. bis 09.05.2024
Samstag und Sonntag von 14.00 bis 18.00 Uhr
lieb und teuer
Wir bedanken uns bei allen, die uns ihren Lieblingsort gezeigt haben.
Franz Aderbauer, Elias Bachhuber, Peter Bauer, Ingrid Baumgärtner, Andrea Beeker, Edith Bimesmeier, Miriam Bleck, Petra und Axel Böttcher, Magdalena und Rudolf Brandl, Manfred Brennecke, Christian Broda, Günther Broda, Tanja Cusumano, Kathrin Czech, Norbert Duldinger, Robert Erbertseder, Barbara Fischbacher, Alina Frank, Andrea Fraunhofer-Bruckmaier, Anneliese Friedrich, Dr. Norbert Friedrich, Anton Gillmeier, Freya Gillmeier, Sophia Gillmeier, Tanja Gnatz, Josef Griesbacher, Rita Grosse-Ruyken, Sibylle Hanöffner, Katharina Hansel, Simone Heilmeier, Gertrud Keßler, Wiltrud Klenk, Christiane Koenig, Rut Kohn, Eckart Kronberg, Franziska Lankes, Stefan Laszak, Andreas Lindinger, Ulrike Maier, Uschi Müller, Vera Niess, Stella Okroi, Carola Pöhlmann und Gernot Richter-Pöhlmann, Carolin Rademacher, Iris Schaarschmidt, Reiner Schachtner, Barbara Schimpfle, Wolfgang Scholz, Christine Schuldhaus, Almond Stöcker, Anna Stöcker, Barbara Stöcker, Bernd Stöcker, Magdalena Stöckl, Barbara und Herbert Strack, Michaela Surner, Susanne Theuerkorn, Martin van Bracht, Christina Winklhofer, Franziska Wunderwerts, Lena Zehringer, Ursula Zeidler
und
Freifrau Fleissner von Wotrowitz Kindergarten Anzenkirchen
Georg, Amir, Jonathan, Jonathan, Leonhard, Luca, Leonie, Bastian, Verena, Hannes, Samuel, Antonia, Josefa, Antonia, Vincent, Adrian, Julia, Janaa, Mohamed, Nina, Malena, Magdalena, Samuel, Emilie, Leonie, Leonhard, Leni, Valentina, Lea,
Vincent, Lilly, Theo, Florian, Isabella, Emma, Mina, Dorothea, Friederike, Moritz, Leonie, Joris, Sophia, Valentina, Martin, Christian, Theresa, Sophia, Bastian, Jakob, Bruno, Leonie, Lilly, Leonie, Jakob, Rosa, Emil, Charlotte, Jannis, Marlene, Lukas, Benjamin, Sophie, Maya, Felix, Jonathan, Charlotte
Haus für Kinder St. Stephan
Wirbelwindgruppe
Mondgruppe - Philipp, Florian, Anisa, Antonia, Medeia, Klara, Maxi, Julian, Hilda, Felix, Elay
Lenberger Grund- und Mittelschule
Klasse 1a + 1b - Sarah, Juna, Jannik, Toni, Xaver, Pauli, Kaiya, Dionis, Duar, Maxi, Eyüp, Xaver, Marcus, Lisa, Jasmin, Jannik, Lisa, Valentin, Jakob, Johannes, Julia, Josefa, Anton, Sharon, Tobias, Celiah, Maxi, Simon, Claura, Hanna, Jakob, Ahmad, Leon, Philipp, Xaver, Flavia, Finja, Lena
Klasse 2a - Teim, Amelie, Phillip, Leopold, Helena, Tobias, Josef, Marlene, Sandra, Rebecca, Nicolas, Gwendolin, Chesley, Laurenz, Emma, Sebastian, Julia, Felix, Fenno, Emma
Klasse 2b - Maxi, Christoph, Sebastian, Lukas, Luca, Vinzent, Milan, Fatlinda, Lena, Verena, Emma, Matilda, Felix, Julian
Klasse 3a - Henry, Emilia, Matthias, Annika, K.G. Lukas, Josefin, Saleh, Jonas, Fabian, Sophia, Johanna, Manuel, Arik, Hannes, Amy
Klasse 3b - Emilia, Laisa, Peppi, Marlene, Matt, Jannik, Max, Lennis, Felix, Julia, Emily, Miriam, Anna, Emily, Nana, Anton, Raphi, Nathanael, Lenni, Anna, Raphael, Emma, Adona, Pia, Rico, Learta, Cedio
Klasse 4a
Klasse 4b
Klasse 7
Klasse 8 - Lukas, Lena, Isabella, Zoe, Antonia, Kristina, Johanna, Julia, Elias, Felix, Joy
Klasse 9 - Jason Welz, Sophia Mittag, Jessica Haltmann
















Ausstellungseröffnung
Wege nach Wotruba
Bildhauerische Positionen in der Nachfolge von Fritz Wotruba
Samstag, 21.09.2024 um 19.00 Uhr
abstrakt und figürlich
Fritz Wotruba, der legendäre Wiener Bildhauer, hat nicht nur ein beachtliches Werk geschaffen, sondern auch durch seine Tätigkeit als Lehrer deutliche Spuren in der Kunstwelt hinterlassen. Diesen forscht nun eine Ausstellung des Trifterner Kultur- und Kunstvereins unter dem Titel „Wege nach Wotruba“ nach, die am vergangenen Samstag feierlich eröffnet wurde. Rund 140 Gäste – unter ihnen Mia Goller und Reserl Sem – waren der Einladung zur Vernissage gefolgt und wurden von Andrea Beeker begrüßt, die anschließend moderierend durch den Abend führte.
In seinen Grußworten dankte der stellvertretende Trifterner Bürgermeister Hermann Ertl für das Engagement des Kulturvereins, der im ehrwürdigen Raum des Alten Post-Stadls viel zum regionalen Kulturleben beitrage. Die Kuratorin des Wotruba-Nachlasses Gabriele Stöger-Spevak führte anschließend in die Ausstellung ein und stellte dabei insbesondere den wechselvollen Lebensweg des Bildhauers in den Mittelpunkt ihrer Ausführungen.
Der 1907 als Sohn eines tschechischen Schneiders und eines ungarischen Dienstmädchens in Wien geborene Fritz Wotruba war in seinem Leben und seiner Tätigkeit als freischaffender Künstler immer wieder enormen Widerständen ausgesetzt. „Kämpfen war sein Hauptfach“, so die Wotruba-Expertin Stöger-Spevak. Während des nationalsozialistischen Herrschaft emigrierte der Künstler mit seiner jüdischen Frau in die Schweiz. Unmittelbar nach Kriegsende wurde er zur Rückkehr nach Österreich eingeladen, um in Wien an der Akademie der bildenden Künste eine Meisterklasse für Bildhauerei einzurichten.
Wotruba blieb dabei immer „unter Druck“, wie seine Nachlassverwalterin erklärte: Mit seinem Eintreten für eine aufgeklärte Kulturpolitik machte er sich nicht nur Freunde; unter Druck geriet er aber insbesondere auch durch neue Kunstformen und trotz der Maxime, immer nur aus sich selbst heraus zu schaffen. Ab 1960 wurden seine Skulpturen mehr zu Figurationen als zu Figuren, bevor er zehn Jahre später während eines intensiven Studiums der Arbeiten von Michelangelo wieder zur sinnlichen Anatomie des Körpers zurückkehrte. Fritz Wotruba unterrichte bis zu seinem Tod 1975 in nahezu 30 Jahren als Dozent etwa 250 Schüler.
Ein ungewöhnlicher Lehrer soll er gewesen sein, bisweilen launisch und aufbrausend, seinen Studenten gegenüber aber stets aufgeschlossen und durchaus nahbarer, als Professoren es damals üblicherweise waren. Bei allem rauen Ton förderte er sie insbesondere in ihrer Individualität, seine Schüler seien „keine kleinen Wotrubas“ geworden, wie Gabriele Stöger-Spevak betonte.
Von den zahlreichen Studenten des Wiener Professors stehen sich in der Schau Erwin Reiter und Alfred Hrdlicka gegenüber, die sich in ihrer bildhauerischen Position – abstrakt und figürlich – kategorisch unterschieden.
Für Reiter wurde das Formvokabular der Welle zum unverwechselbaren Ausdrucksmittel psychischer Phänomene, während Hrdlicka eine provokant realistische Formsprache bediente. Er habe von Wotruba gesagt: „Der Oide war guat – aber guat war nur sein Frühwerk.“
Die Frage nach abstrakter oder figürlicher Kunst wurde in dieser Phase der Kunstgeschichte heftig diskutiert, wie Kurator Bernd Stöcker in seinen Ausführungen zur Ausstellung bemerkte. Hier spiegle sich auch deutsche Nachkriegsgeschichte wieder: Während selbst namhafte figürliche Künstler wie Otto Dix aus dem bundesdeutschen Kunstgeschehen ausgeschlossen wurden, war im Osten Deutschlands Abstraktion verpönt.
Diese bis Unbarmherzigkeit geführte Auseinandersetzung in den ersten Nachkriegsjahrzehnten Deutschlands soll im zweiten Teil des Ausstellungsprojektes in einem Symposium am 19. und 20. Oktober in Julbach im Mühlviertel thematisiert werden. Fragen zur Lehre in der Bildhauerei, zu Form und Inhalt in der Kunst, zum Standort der Kunst in der Gesellschaft werden in Vorträgen und Diskussionsrunden erörtert. Dr. Volker Probst wird über politische Skulptur bei Barlach, Kaspar, Thorak und Wotruba sprechen, Werner Ganser einen Einblick in das Werk und die Lehre Erwin Reiters geben. Martin Hochleitner erläutert Wotruba und seine Wirkung, Adi Hofstetter spricht zum Skulpturenprojekt „Weggefährten“ in Burghausen und Bernd Stöcker vertieft die Positionen Alfred Hrdlickas.
Die Kuratoren der Trifterner Ausstellung, Ursula Fürst und Bernd Stöcker, beschäftigte insbesondere die Frage, wie sich die abstrakte Position Erwin Reiters bei seinen Schülern fortsetzt und wie die figürliche Position Alfred Hrdlickas in seiner Nachfolge wirkt. So stehen im Zentrum der Ausstellung Skulpturen von fünf ehemaligen Reiter-Schülern – Makoto Miura, Josef Baier, Gabriele Berger, Willibald Katteneder und Gerald Bogner – und man begegnet Werken von fünf ehemaligen Studenten Hrdlickas: Hans Sailer, Susanne Knorr, Andreas Theurer, Joachim Sauter und Bernd Stöcker selbst.
Die grenzüberschreitende deutsch-österreichische Schau wird von Interreg, einem Programm der Europäischen Union, gefördert.
Das Ausstellungseröffnung wurde in kongenialer Weise von drei exzellenten Jazz-Musikern am Saxophon, Klavier und Schlagzeug umrahmt. Ulrich Barth, Hermann Linecker und Gerald Endstrasser brachten zum Abschluss gemeinsam mit Josef Westner die „Wasserorgel“, eine Skulptur von Josef Baier, zum Klingen und ein Hauch von John Cage lag in der Luft.
Text von Josef Westner

Grußworte
Hermann Ertl
2. Bürgermeister

Vortrag
Mag. Gabriele Stöger-Spevak
Kuratorin Belvedere 21 , Wien

Einführung
Bernd Stöcker
Bildhauer und Kurator

Musik
Urlich Barth, Sax
Hermann Linecker, Piano
Gerald Engstrasser, Drums

anwesende Künstler
Joachim Sauter, Willibald Katteneder
Gabriele Berger, Gerald Bogner,
Josef Baier, Bernd Stöcker

Orgel
Josef Westner

Ausstellung
Wege nach Wotruba
Bildhauerische Positionen
in der Nachfolge von Fritz Wotruba
Ausstellung von 22.09. bis 03.11.2024
Samstag und Sonntag von 14.00 bis 18.00 Uhr

Belvedere, Wien


eine deutsch - österreichische Spurensuche
Fritz Wotruba, Liegende Figur, 1959/60, Bronze, c Belvedere, Wien
Andreas Theurer, Gestrandet, 2014, Kiefer Acryl
Erwin Reiter, Toter Astronaut, 1973, Chromnickelstahl

Gerald Bogner, Granit

Alfred Hrdlicka, Marsyas II, 1963, Bronze

Bernd Stöcker, Hockende, 2009, französischer Muschelkalk

Hans Sailer, Boxer, roter Sandstein

Makoto Miura, Chromnickelstahl

Susanne Knorr, gefallener Engel, 1987, Gips

Josef Baier, Spirale, 2012, Chromnickelstahl

Gabriele Berger, 2014, Granit

Joachim Sauter, David, 2008, Gips

Willibald Katteneder, Geflecht, 2024, Holz





Ausstellungseröffnung
Franz-Jürgen Habben
Wildwuchs
Skulpturen und Bilder
Freitag, 10.05.2024 um 19.00 Uhr
mit Ercole Caputo und Escalation
Himmelstrebend und erdig
Im Stadl der Alten Post in Triftern werden von 11.05. bis 02.06.2024 ausdrucksstarke Skulpturen und Bilder von Franz-Jürgen Habben, der in Tann lebte und arbeite, gezeigt. Der Kultur&-Kunst-Verein Triftern lud am 10.05.2024 zur Eröffnung der Ausstellung unter dem Titel Wildwuchs ein.
Die Bürgermeisterin Edith Lirsch sprach in ihrem Grußwort von der Bedeutung des Kultur&Kunst-Vereins Triftern für das kulturelle Leben. Die Werkschau würdigt das Spätwerk eines unterschätzten Künstlers aus der Region mit 15 meist farbig gefassten Holzskulpturen, 3 Bronzen und 7 Bildern.
Kuratiert wurde die Ausstellung von Bernd Stöcker und Ursula Fürst mit dem Schwerpunkt auf seine abstrakten Arbeiten. In seiner Laudation erläutert Bernd Stöcker, dass in jeder künstlerischen Gestaltung eine Abstraktion erfolgt und erklärt in Bezug auf Franz-Jürgen Habben: „In seinen eigenen Skulpturen und Bildern hat Habben seine Weltsicht in Kunst umgearbeitet, die nur vordergründig gegenstandslos war.“ Für den Asket aus Überzeugung war das Chaos eine spirituelle Kraft und er spürte eine große Naturverbundenheit, vor allem zu seiner Wahlheimat der Toskana.
Mit Italienischen Liedern schaffte Ercole Caputo mit dem Chor Escalation den richtigen Rahmen für die farbenfrohen Werke. Andrea Beeker führte charmant durch den Abend und entließ die zahlreichen Gäste zum Verweilen, die sich unter den Skulpturen in Gespräche vertieften.



Wir bedanken uns herzlich bei Sonnja-Felicitas Habben für die Leihgabe der Werke.
Ausstellung
Franz-Jürgen Habben
Wildwuchs
Bilder und Skulpturen
Ausstellung von 11.05. bis 02.06.2024
Samstag und Sonntag von 14.00 bis 18.00 Uhr
Stadl der Alten Post, Triftern
Chaos und Kosmos
Die Ausstellung widmet sich dem abstrakten Spätwerk von Franz-Jürgen Happen. Außer den 3 Bronzen, die auf die Jahre von 1995 bis 1998 zurück gehen, entstanden alle gezeigten Werke in Tann in der Zeit von 2010 bis zu seinem Tod 2020.
Geboren wurde er 1943 in Annaberg im Erzgebirge in eine Offiziersfamilie. Sein gesamter Lebensweg war geprägt, sich von den Zwängen seines Elternhauses zu befreien. Trotzdem wurde sein Talent gefördert und bereits mit 7 Jahren nahm er Zeichenunterricht bei einem Maler in seinem Heimatort.
Die Familie floh 1952 mit dem 9-jährigen Sohn in den Westen und siedelte sich schließlich 1954 Essen an. Er führte seine Naturstudien weiter und geht oft in den Zoo für seine Tierzeichnungen.
"… alle … Arbeiten sind vor dem Motiv entstanden, sind also originale Naturstudien. Das Medium Fotografie, wie heute zumeist von Malern aus Bequemlichkeit und Unwissenheit um den bildnerischen Aufbau und um die spirituelle Durchdringung von Form und Farbe verwendet, lehne ich ab, da sie nicht das plastische Erlebnis, die sensible Aura des elementar lichtfarbig lebendigen beständig durchatmeten Wandel aller Wesenheit vermittelt, sondern eine bereits in Fläche gebannte Abbildung eines Sekundenbruchteils ist.“
Das Wesentliche zu zeigen verfolgte er radikal. Unangepasst und asketisch war auch sein Lebensstil. Sein Hauptnahrungsmittel war Orangen. Er aß auch andere Früchte und Nüsse, jedoch lehnt er Fleischverzehr aus der Christlichen Ethik heraus kategorisch ab. „Das Töten unserer Tiergeschwister ist Krieg.“, formulierte er bereits Anfang der 1960er Jahre.
Bevor sich Franz-Jürgen Habben den Kindheitstraum eines Künstlerlebens erfüllte, erlernte er nach der Volksschule zuerst einen „anständigen“ Beruf und absolvierte eine Lehre zum Tiefdruckretuscheur in Essen. Von 1961 bis 1964 übte er den Beruf in Essen, Hamburg, Zürich und München aus.
Mit der Volljährigkeit, ab 21 Jahre, unternahm er als freischaffender Künstler
Studienreisen nach Italien, Frankreich und Griechenland und besuchte die wichtigen Museen. Er kopierte die großen Meister der Kunst, neben Rubens auch Gauguin, Cezanne, Delacroix, Poussin und Nolde.
„In der Auseinandersetzung mit den alten und neuen Meistern der Kunstgeschichte, ich kopierte 1964, 1966 und 1969 über jeweils etliche Monate in den Münchner Museen, verwendete ich eine Zeit lang unter Anlehnung an die einzigartige geniale rubensche Maltechnik selbst angeriebene Ölfarben mit an der Sonne eingedickten kaltgepressten Leinöl, daher rührt der besondere Schmelz der gezeigten Ölbilder. Mit derartigen Farben, die beständig unter Wasser in kleinen Glasgefäßen konserviert sein müssen, draußen in der Landschaft oder im Reitstall zu malen, war ein ziemlicher Aufwand, aber mit unbeirrbarer Leidenschaft für das bildnerische Tun überwindet man die Hindernisse, scheut keine Mühe seine Visionen in die Tat umzusetzen“.
Die Künstlerin Käthe Kollwitz und Ihre Kollegen Dix, Rembrandt, Goya und Dürer inspirierten ihn in der Druckgrafik, die er ab 1969 mit dem Erwerb einer Kupferdruckpresse ausübte. Es entstanden unter anderem das düstere, surrealistische Werk, Venezianischer Zyklus, mit 26 Ätzradierung in der Zeit von 1972 bis 1982. Mit einem Stipendium war er ab 1973 bei Mac Zimmermann, ein Vertreter des deutschen Surrealismus, an der Kunstakademie München, eingeschrieben und absolvierte 1978 mit Diplom.
Zuvor schon übersiedelte er 1977 in die Toskana und erwarb ein baufälliges Anwesen. Nach der Renovierung des Hauses hegte er das karge Grundstück und legte einen paradiesischen Garten an. Er pflanzte 2000 Bäume als „Mein Beitrag zur Rettung des Erdklimas“. Die große Verbundenheit mit der Natur und zum ganzen Kosmos finden darin ihren Ausdruck. Ein einschneidendes Erlebnis war für ihn 1981 die Geburt der Tochter und er beschreibt es als „Erd-Urphänomen des Werdens“.
„Über das Chaos gelange ich also zu Harmonien, die sich aus Dissonanzen zusammenfinden. Die Chaos ist nicht chaotisch. Wir kommen aus dem Chaos und gehen wieder ins Chaos. Das vermeintliche Chaos ist für mich eine spirituelle Kraft. Am Anfang ist die Tat, das Tun, das Müssen zum Gestalten.
Das Chaos war für ihn Antrieb zum Gestalten. Das Ordnungsprinzip in seinen Skulpturen ist das Gleichgewicht, das Ausloten des Schwerpunkts, das Ausbalancieren der Gewichte und der Kräfte. Seine himmelstrebenden Werke schuf er aus Restholz, das er bei umliegenden Schreinern holte.
Nach 33 Jahren kehrt er zurück und baute sich 2010 in Tann ein Atelier.
Dort wohnte und lebte er sehr bescheiden bis er 2020 in Cecina verstarb.
Alle, die ihm kannten, beschrieben ihn als einen liebenswürdigen Menschen.
über das Malen
"Ich male ohne Plan, ohne Konstrukt. Ich fange einfach mit einer Farbe an. Dadurch entsteht eine Bewegung. Das entwickelt sich, ich bin völlig gedankenlos. Ich bin sogar ideenlos. Sonst funktioniert das nicht bei mir. Das Bild bestimmt, wie es wird. Ich muss dem nur mit meinem Gefühl folgen. Es ist Intuition. Das Bild sagt mir, was es braucht. Ich führe das nicht immer gleich aus – ich muss dem aber folgen."
Zitat aus dem Interview von Eva Müller in Rottaler Gsichter am 21.10.2017
https://rottalergsichter.de/franz-juergen-habben-maler-kunst-tann/
über das Chaos
"Mein Beginnen findet je nachdem mit Bleistiftlinien, Farbstiftstrichen, Pinselfarbstrichen und Flächen statt. Diese dahingeschmissenen Fragmente, Verwirrungen, Verknäuelungen, Zartheiten und Leichtigkeiten entzünden irgendwie meine Fantasie. Diese chaotischen Andeutungen, riesengroß oder klein, leiten mich über Irrwege, Verzweiflung, Ermutigung und Gebanntheit zum Gelingen. Über das Chaos gelange ich also zu Harmonien, die sich aus Dissonanzen zusammenfinden. Die Chaos ist nicht chaotisch. Wir kommen aus dem Chaos und gehen wieder ins Chaos. Das vermeintliche Chaos ist für mich eine spirituelle Kraft. Am Anfang ist die Tat, das Tun, das Müssen zum Gestalten."
Zitat aus dem Interview von Eva Müller in Rottaler Gsichter am 21.10.2017
https://rottalergsichter.de/franz-juergen-habben-maler-kunst-tann/
über den Aufbruch
"Ich kann nie sagen, wie lange ich für ein Bild brauche. Ich sage: Ich habe 74 Jahre gebraucht, um in das Bild zu finden, das ich gerade male. In den Phasen zwischen den Leinwandbildern, den Pausen des Atemholens, zeichne ich oder arbeite an Skulpturen. Je mehr ich verholze, umso bewegter werden meine Bilder. Kreativsein ist immer noch ein Befreiungsakt, ist jeden Tag ein neues Lernen, ein neuer Aufbruch."
Zitat aus dem Interview von Eva Müller in Rottaler Gsichter am 21.10.2017
https://rottalergsichter.de/franz-juergen-habben-maler-kunst-tann/

Ausstellungeröffnung
tierisch tierisch
Samstag, 23.09.2023 um 19.00 Uhr
mit Alexander Laurin, Violoncello
Tiere im Stadl
Am Samstag, den 23.09.2023, wurde die Ausstellung tierisch tierisch im Stadl der Alten Post feierlich eröffnet.
Tiere im Stadl - nichts liegt näher.
Tiersulpturen von 16 Künstlerinnen und Künstler aus Bronze, Keramik, Ton, Gips, Naturstein und Holz.
Die anwesenden Bildhauerinnen und Bildhauer werden von den zahlreichen Gästen herzlich begrüßt: Peter Bauer, Ingrid Baumgärtner, Susanne Beurer, Dominik Dengl, Monika Jung, Rachel Kohn, Carola Pöhlmann, Carola Rademacher und Joachim Sauter.
Im Grußwort dankte Hermann Ertl, 2. Bürgermeister der Gemeinde Triftern, dem Kultur&Kunst-Verein für sein Engagement.
Bernd Stöcker gibt Einblick in die Arbeit eines Bildhauers und richtet den Fokus auf das Material und seinen Einfluß auf das Werk. Er schließt seinen Vortrag mit dem Verhältnis von Mensch und Tier und zitiert Michel de Montaigne: "Die Anmaßung ist unsere natürliche Erbkrankheit. ..."
Musikalisch begeistert an diesem Abend Alexander Lorin, Solocellist des Orchesters der Städtetheater Niederbayern, mit einem Largo von Max Reger und der G-Dur-Suite von Johann Sebastian Bach.
Im Anschluss genießen die Gäste das Büffet und haben reichlich Zeit für einen Austausch mit den Künstlerinnen und Künstlern.



Fotos: Rudi Brandl

Skulpturenausstellung
tierisch tierisch
Ausstellung von 23.09. bis 29.10.2023
Samstag und Sonntag von 14.00 bis 18.00 Uhr
Stadl der Alten Post, Triftern
Hund und Tapir
Hunde, Pferde, Rinder, Schwein, Schafe, Ziege, Gans, Hühner, Hasen, Reh, Wolf, Fische, Vögel, Affen, Giraffe, Antilope und Tapir lockten bis Ende Oktober über 1.000 Besucher in die Skulpturenschau „tierisch tierisch“.
16 Bildhauerinnen und Bildhauer blicken auf das Wesen des Tieres:
Peter Bauer (Sammarei), Ingrid Baumgärtner (Triftern), Susanne Beurer (Malching), Dominik Dengl (Malching), Monika Jung (Winkelham), Rachel Kohn (Berlin), Carola Pöhlmann (Triftern), Carolin Rademacher (Anzenkirchen), Joachim Sauter (Stuttgart), Emerita Pansowová (Berlin) und sechs weitere bedeutende Künstler, Christian Höpfner (†), Heinrich Kirchner (†), Karl Reidel (†), Hans Sailer (†), Heinz Theuerjahr (†) und Hans Wimmer (†).
Der große Erfolg ist zweifellos auch den persönlichen Führungen einzelner Künstler zu verdanken. Informativ und unterhaltsam geleiteten Peter Bauer, Ingrid Baumgärtner, Monika Jung und Rachel Kohn mit Bernd Stöcker die Besucher durch die Schau und gaben dabei tiefgründige Einblicke in ihre Arbeitsweise.















Heimatkundekreise Triftern und Neukirchen:
Fotoausstellung Wirtshäuser in Triftern
Ausstellung von 30.10. bis 15.10.2023
Samstag und Sonntag von 13.30 bis 17.00 Uhr
Alte Post, Triftern
Wirtshäuser in Triftern
Im historischen Gebäude der Alten Post erinnern die Heimatkundekreise Anzenkirchen, Neukirchen und Triftern an die Geschichte der Wirtshäuser in der Gemeinde Triftern.
Die Ausstellung zeigt über 100 Bilder von mehr als 20 Wirtshäusern vom späten 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Die Fotographien verdeutlichen nicht nur die Entwicklung der Gasthäuser im Laufe der Zeit, sondern zeigen auch ihre gesellschaftliche Bedeutung.
Erfreulich viele Besucher verweilen lange in den alten Räumen. Sie schwelgen in Erinnerungen und kommen ins Gespräch.








Ausstellungeröffnung
Martin Waldbauer - Fotografien
Samstag, 01.07.2023 um 19.00 Uhr
mit Musik von Paul Zauner und Jan Korinek
Extrem fantastisch
Am 1. Juli 2023 wurde im Stadl der Alten Post in Triftern eine Ausstellung mit Fotografien Martin Waldbauers feierlich eröffnet. Der 1986 in Hauzenberg geborene Künstler setzt mit seinen unverfälschten Fotografien den Menschen im Bayerischen Wald ein respektvolles Denkmal, die Kuratorin Ursula Fürst in ihren Eingangsworten gleich mitbegrüßte. Sie erläuterte kurz den Aufbau der Ausstellung, die neben Portraitbildern auch Fotos von Leben, Arbeit und Landschaft des Bayerischen Waldes umfasse. Die Vernissage wurde von Paul Zauner (Posaune) und Jan Kořinek (E-Piano) musikalisch herausragend umrahmt.
Bürgermeisterin Edith Lirsch dankte in ihrer Ansprache Bernd Stöcker und dem Triftern Kultur- und Kunstverein, die den Stadl der Alten Post mit ihren Veranstaltungen bereits weit über die Landkreisgrenzen hinaus bekannt gemacht haben. Martin Waldbauer bezeichnete sie als Lichtmaler, der mit seinen Fotografien dafür sorge, dass vielfältige Eindrücke beim Betrachter entstehen: „In jedem Bild schlummert eine Geschichte.“
In das Werk Waldbauers führte im Anschluss daran Ines Auerbach, die Leiterin des Haues für Fotografie in Burghausen, näher ein. Sie erläuterte einerseits die besondere Motivgestaltung der Bilder. Die Portraits seien stets dem Betrachter zugewandt, fixieren ihn, menschliche Gesichter werden ungeschönt als krustige Oberflächen dargestellt. Andererseits ging sie umfassend auf Waldbauers besondere Technik ein, die auf analoger Fotografie basiert – von der Kamera bis zu Erstellung der Abzüge in einer hauseigenen Dunkelkammer, die bis zu einer Stunde pro Bild in Anspruch nimmt. Waldbauer habe zudem Techniken entwickelt, altes Barytpapier wieder nutzbar zu machen und mit dem so genannten Lithverfahren hohe Kontraste zu erreichen. Daraus ergibt sich ein stimmiges Zusammenspiel von Technik und Motiven. Auerbach betonte besonders die Qualität der Fotografien des Künstlers. Diese werde durch seine Selbstbeschränkung auf zwölf gute Bilder pro Jahr noch gesteigert, so Auerbach: „Hinter dieser Beschränkung findet man eine große Welt.“
In diese Welt konnten die rund 120 Besucher der Vernissage im Anschluss an die einführenden Worte zu den jazzigen Klängen von Paul Zauner und Jan Kořinek selbst eintauchen.
von Kathrin Czech und Josef Westner
Fotografie
Martin Waldbauer
Ausstellung von 02.07. bis 30.07.2023
Samstag und Sonntag von 14.00 bis 18.00 Uhr
Stadl der Alten Post
Scharz und Weiß
Martin Waldbauer, geboren 1986, lebt in Hauzemberg.
"In meinen Bildern versuche ich nicht einen bestimmten Moment zu dokumentieren, sondern die Spuren der Zeit zu konservieren"
Er arbeitet in der klassischen analogen Scharzweißfotografie mit drei Mittelformatkameras im Format 6x6 und 6x7 cm und einer Großformatkamera mit der monumentalen Negativgröße von 20x25 cm. Ein essentieller Bestandteil seines Schaffens ist die Interpretation des Negativs in der Dunkelkammer. Die in der Regel mehrfach getonten Silbergelatineabzüge und die sogennannten Lithprints sind das Resultat seiner intensiven Auseinandersetzung mit diesem Medium. Die Lithprints entstehen zum Teil auf alten Barytpapieren, die durchaus 40 bis 60 Jahre in der Packung auf Licht warten. Diese Bromsilberpapiere haben demnach einen langen Reifungsprozess hinter sich und sind mit Lithtechnik zum Leben zu erwecken. Durch dieses ephemere Grundmaterial sind die meisten Bilder kostbare Unikate.
Eröffnung der Ausstellung
Rut Kohn - Bilder zum Alten Testament
Freitag, 12.05.2023 um 19.00 Uhr
Vernissage
Bilder zum Alten Testament
Rut Kohn
Ausstellung von 12.05. bis 11.06.2023
Samstag und Sonntag von 14.00 bis 18.00 Uhr
Stadl der Alten Post
Rede von Ludger Drost zur Eröffnung der Ausstellung



Eröffnung des Stadels Alte Post
HAUS FÜR ZEIT
GENÖSSISCHE
KUNST TRIFTERN
Donnerstag, 15.09.2022 um 18 Uhr
Vernissage Bildhauerfreunde

Bildhauerfreunde
Hans Wimmer - Gerhard Marcks - Helmut Heinze
Skulpurenausstellung von 17.09. bis 01.11.2022
Samstag und Sonntag von 14.00 bis 18.00 Uhr
Stadl der Alten Post

Bildhauerfreunde

Zeitlang
Erkundungen im unbekannten Bayern
01.05.2022 - 29.05.2022
Fotoausstellung
Fotos Sebastian Beck
Texte Hans Kratzer



Zeitlang - "Ein segensreicher Zustand für Geist und Seele." Hans Kratzer über Zeitlang
Verwandlung
Kunstausstellung mit Lexan Frye, Ursula Zeidler, Monika Jung, André Hasberg, Rudolf Huber-wilkoff, Franziska Lankes, Lotte Lacht, Susanne Wagner, Barbara Strack, Siegfried Kaden, Emmerich Hörmann, Lena Zehringer, Susanne von Siemens und Bernd Stöcker.
24.Februar bis 17. März 2019
verlängert bis 31.März 2019
Öffnungszeiten
Samstag und Sonntag von 14-18 Uhr





